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BILDER DEINER GROSSEN LIEBE nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf am Staatstheater Mainz

EVERY HEART IS BUILT AROUND A MEMORY (UA) von Markolf Naujoks ab 2. September 2018 am Staatstheater Kassel

KLEINER MANN -WAS NUN? von Hans Fallada am Theater und Orchester Heidelberg

DAS KALTE HERZ nach Wilhelm Hauff am Jungen Theater Heidelberg

WEISS IST KEINE FARBE von Christina Kettering zum Mülheimer Stückemarkt 2018 eingeladen

Nadja Düsterberg gewinnt den Kölner Darstellerpreis für ihre Rolle in Weiss ist keine Farbe

BILDER DEINER GROSSEN LIEBE von Wolfgang Herrndorf ab Oktober 2018 am Staatstheater Mainz

Nominierung für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2016 in der Kategorie Beste Regie Kinder-und Jugendtheater

Wiederaufnahme TSCHICK von Wolfgang Herrndorf am Oldenburgischen Staatstheater

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KLEINER MANN – WAS NUN? am Theater und Orchester Heidelberg

In Heidelberg sei es Regisseur Markolf Naujoks geglückt, aus Falladas 550-Seiten-Roman einen »knackigen Theaterabend zu zaubern« der »nah an der Vorlage« bleibe, freut sich Heide Seele in der Rhein-Neckar-Zeitung (27.11.2017). »Genial« findet die Rezensentin, wie Naujoks die Erzählstimme auf die »versierten Darsteller« verteilt habe, die mit »imponierender Flexibilität unterschiedliche Rollen« ausfüllten. »Voller Spannung« seien die Dialoge durch die von den Schauspielern individuell gesetzten Akzente. Die Inszenierung besteche durch »authentische Atmosphäre«, »doppelten Boden und hohen Unterhaltungswert«: »Wer sie besucht, erlebt, wie sich ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte ins Heute holen lässt.«

»Entkleidet« wie der Bühnenraum würden die Figuren in Naujoks Bühnenfassung, der Regisseur habe seinen Blick auf die »persönlichen Befindlichkeiten der Figuren fokussiert« und lasse im Laufe des Abends »den Kern eines Jeden« sichtbar werden, beobachtet Eckhard Britsch im Mannheimer Morgen (25.11.2017). »Erzähl- und Spielebenen« würden »kunstvoll verschränkt« und die »überzeugende Besetzung« spitze den Abend »in Richtung nahe gehender Beklemmung zu«, auch mit Blick auf den Zustand unserer Gesellschaft heute. Viel Zuspruch habe es für »die eindringliche und vielseitige Ensembleleistung« gegeben.

DAS KALTE HERZ / nach Wilhelm Hauff / Junges Theater Heidelberg
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Christina Altmann besuchte die Premiere für den Mannheimer Morgen (26.02.2018) und erlebte ein »tief beeindrucktes« junges Premierenpublikum. Regisseur Markolf Naujoks zeige die wesentlichen Passagen des Märchens in einem »fantastischen Mix aus poetischer Erzählung und Theaterspiel, aus selbstkomponierter Musik und Videoanimation«. Mit »wunderschön gefühlvollen Songs«, mit wechselnden Bildern und Schattenspiel zeige er das Leben einen jungen Menschen, der »hartherzig wurde und sich nach seinem pulsierenden Herzen zurücksehnt«, verhandle Fragen um »Reichtum und Glück, um ein erfülltes Leben und den Tod«. Fazit der Rezensentin: »Eine meisterhafte Inszenierung, die mit langem jubelndem Applaus belohnt wurde.«
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WEISS IST KEINE FARBE (UA) von Christina Kettering am Comedia Theater Köln

Großartig ist auch, wie es dem Ensemble unter der Regie von Markolf Naujoks gelingt, das „Aber“ hinter unseren Toleranzbekundungen, die feinen Risse in unserer Gesellschaft auch für die jüngsten Zuschauer sicht- und spürbar zu machen. (…) Es ist schon ein kleines Wunder, wie gut Katharsis und Gesellschaftskritik im zeitgenössischen Kindertheater funktionieren. Zumal dem witzigen und dynamischen Schlagabtausch der Nachbarskinder leise Pianotöne (Klavier und Gesang: Donaldson) und poetische Bilder beiseitegestellt werden. Surreal-schön sind die Fotos und Fotomontagen, die auf eine kreisrunde Leinwand projiziert werden. Wie ein melancholischer Mond schweben die Bilder über der abstrahierten Großstadtszenerie. Weder die Poesie noch der Witz können allerdings darüber hinwegtäuschen, dass Ketterings Stück im Grunde starker Tobak ist. Immerhin geht es hier um Rassismus, Grenzüberschreitung, Selbstjustiz. Und Gewalt, die Gegengewalt erzeugt (…) Eins bleibt zu hoffen: dass künftig mehr nachdenklich machende Kinderstücke dieser Art auf deutsche Bühnen gebracht werden. Stücke, die so mühelos die Waage zwischen Humor und Ernst halten wie „Weiß ist keine Farbe“, und die unser Schwarz-Weiß-Denken auf so unterhaltsame wie eindringliche Weise aufbrechen.
(Jaleh Ojan / Meine Südstadt)

DEUTSCHER THEATERPREIS „DER FAUST“

Markolf Naujoks war in der Kategorie Beste Regie / Kinder- und Jugendtheater für den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ 2o16 nominiert.
Aus der Jurybegründung:
Die Besonderheit von Markolf Naujoks Arbeiten ist sein Umgang mit der Musik, für die er auch immer selbst verantwortlich zeichnet. Ausgehend von den musikalischen Fähigkeiten der Schauspieler entwickelt er das jeweilige musikalische Konzept seiner Inszenierung. (…) … daß all das zum höchsten Vergnügen am Theater und außerdem noch zu einem Ausflug durch die Musikgeschichte wird, ist die Leistung der Regie. Das Genre Oper wird ganz nebenbei vorgestellt und höchst unterhaltsam durchdekliniert. Naujoks hat den musikalischen Rahmen geschaffen und bringt die Spieler zu Höchstleistungen: Zwei Sängerinnen in wunderbaren Kostümen schlüpfen in die ihnen zugedachten Rollen und spielen und singen sie dann voll aus – alles andere als nur angedeutet. Dass die Schauspieler so wunderbar singen, ist auch ein Verdienst der Regie. Die Wechsel zwischen erzählter und gespielter Form gelingen mühelos. Die Entwicklung eines durchaus kruden Stück-Entwurfs in ein derart vergnügliches, spannendes und zugleich selbstironisches modernes Opern- Märchen ist im Ergebnis bezaubernd und offenbart ein großes Regie-Talent des jungen Markolf Naujoks, der einen kleinen, dürren Text regelrecht vergoldet hat.
„Krieg. Stell dir vor, er wäre hier“ von Janne Teller / Theater Ingolstadt
Mit Geige, Klavier, Fagott und Songs erzeugen die drei Darsteller selbst den Sound und tauchen immer intensiver in das Flüchtlingsschicksal ein. Schließlich werden transparente Wände zwischen den sich gegenüberliegenden Zuschauerreihen gezogen, auf denen in Überblendungstechniken Bilder von Kriegszerstörten Städten und marschierenden Soldaten, und schließlich die Erdkugel projiziert werden. Ausstatterin Marina Stefan und Illustratorin Theda Schoppe haben dieses suggestive Video erstellt. Aus den ersten tastenden Fragen an das Vorstellungsvermögen wird schließlich eine mit Bild und Musik emotional aufgeladene Identifikation mit der Situation des Flüchtlings, mit Fremdsein, dem Frust über den Verlust der Heimat und der Lebenschancen und schließlich eine theatralisch packende Dystopie des Krieges.
Betroffenheit und großer Applaus für diese großartige Umsetzung eines Essays auf der Theaterbühne.
Stell, dir vor, Theater kann dir helfen, dich in die Situation von anderen zu versetzen – und geh in „Krieg. Stell dir vor, er wäre hier“.
(Isabella Kreim / Kulturkanal Ingolstadt)