KLEINER MANN – WAS NUN? am Theater und Orchester Heidelberg
In Heidelberg sei es Regisseur Markolf Naujoks geglückt, aus Falladas 550-Seiten-Roman einen »knackigen Theaterabend zu zaubern« der »nah an der Vorlage« bleibe, freut sich Heide Seele in der Rhein-Neckar-Zeitung (27.11.2017). »Genial« findet die Rezensentin, wie Naujoks die Erzählstimme auf die »versierten Darsteller« verteilt habe, die mit »imponierender Flexibilität unterschiedliche Rollen« ausfüllten. »Voller Spannung« seien die Dialoge durch die von den Schauspielern individuell gesetzten Akzente. Die Inszenierung besteche durch »authentische Atmosphäre«, »doppelten Boden und hohen Unterhaltungswert«: »Wer sie besucht, erlebt, wie sich ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte ins Heute holen lässt.«
»Entkleidet« wie der Bühnenraum würden die Figuren in Naujoks Bühnenfassung, der Regisseur habe seinen Blick auf die »persönlichen Befindlichkeiten der Figuren fokussiert« und lasse im Laufe des Abends »den Kern eines Jeden« sichtbar werden, beobachtet Eckhard Britsch im Mannheimer Morgen (25.11.2017). »Erzähl- und Spielebenen« würden »kunstvoll verschränkt« und die »überzeugende Besetzung« spitze den Abend »in Richtung nahe gehender Beklemmung zu«, auch mit Blick auf den Zustand unserer Gesellschaft heute. Viel Zuspruch habe es für »die eindringliche und vielseitige Ensembleleistung« gegeben.
